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Der Moment, in dem man wieder belgischen Boden betritt, ist selten spektakulär. Es gibt keine Geigenmusik und kein Gefühl des Nachhausekommens wie manchmal in einem Film. Es sind eher unspektakuläre Dinge, die einem auffallen: der Geruch von Regen auf Asphalt, ein verspäteter Zug, jemand, mit dem man unwillkürlich auf Niederländisch (oder Französisch) ins Gespräch kommt. Und dann diese Erkenntnis, irgendwo zwischen Wiedererkennung und Entfremdung: Ich bin zurück.

Aber was bedeutet „Zurückzukommen“ eigentlich?

Zwischen zwei Welten

Wer jahrelang im Ausland gelebt hat, kehrt nicht in dasselbe Land zurück, das er oder sie einst verlassen hat. Belgien hat sich verändert und auch Sie sind nicht mehr dieselbe Person. Sicherlich haben Sie gelernt, sich in fernen Ländern mit anderen Systemen, fremden Sprachen und unterschiedlichen Rhythmen zurechtzufinden. Ihre Identität ist internationaler geworden, Ihr Horizont hat sich erweitert. Zurückkehren bedeutet nicht, einfach dort weiterzumachen, wo man aufgehört hat, sondern vielmehr, sich erneut seinen Platz in einer Welt zu suchen, die sich gleichzeitig vertraut und fremd anfühlt.

Die praktische Umsetzung

Neben der emotionalen Ebene gibt es die unvermeidliche praktische Seite der Rückkehr: Behördengänge, Anmeldungen, Arbeits- und Wohnungssuche. Aufgaben, die überschaubar erscheinen, bis man sie tatsächlich erledigen muss.

Viele „Rückkehrer“ haben die gleichen Fragen: Wie schließe ich mich wieder der belgischen Sozialen Sicherheit an? Was geschieht mit meinen erworbenen Ansprüchen? Wie schnell bin ich wieder „versichert“, falls etwas passiert?

Wer während seines Auslandsaufenthalts bei der Überseeischen Sozialen Sicherheit (ÜSS) versichert geblieben ist, stellt oft fest, dass dieser Übergang überraschend reibungslos verläuft. Die bisher aufgebaute Kontinuität wirkt sich auch nach der Rückkehr aus, denn der ÜSS-Schutz schließt nahtlos und ohne Wartezeit an das belgische System an. Damit wird etwas Unsicherheit in einer Zeit, in der sich ohnehin schon genug verändert, genommen. Doch selbst wenn dies gut geregelt ist, bleibt noch eine weitere Ebene: das Leben selbst neu zu organisieren.

Eine neue berufliche Herausforderung?

Beruflich verläuft die Rückkehr selten geradlinig. Manchmal wartet bereits eine Stelle auf Sie, doch viel häufiger starten Sie die Arbeitssuche. Internationale Erfahrung wird geschätzt, lässt sich aber nicht immer einfach auf den belgischen Arbeitsmarkt übertragen. Was in einem Land selbstverständlich war, muss hier neu erklärt werden. Das kann Sie verunsichern, aber es kann auch befreiend wirken. Durch die Distanz gewinnen Sie oft einen klareren Blick darauf, was Sie wirklich wollen.

Wie knüpft man wieder an?

Der soziale Aspekt der Rückkehr wird am meisten unterschätzt. Man kehrt zu bekannten Menschen zurück, doch auch bei ihnen ist das Leben in der Zwischenzeit nicht stehen geblieben. Freundschaften müssen wieder ihren Platz finden. Manche Beziehungen vertiefen sich sofort, als hätte die Zeit keinen Einfluss darauf gehabt. Andere fühlen sich distanzierter an und müssen neu belebt werden. Auch die Familie nimmt eine andere Rolle ein. Die physische Nähe ist zwar wieder da, aber auch hier muss ein neues Gleichgewicht gefunden werden. Sie sind nicht mehr dieselbe Person, die einst fortging und das gilt auch für die Menschen, die zurückgeblieben sind.

Was bleibt

Vielleicht die wichtigste Erkenntnis: „Zurückkommen“ bedeutet nicht, wieder der zu werden, der man einmal war. Es ist eher ein neuer Aufbruch. Aus jedem Land, in dem man gelebt hat, nimmt man etwas mit. Die Erfahrungen gehen nicht verloren, wenn man in Belgien neu anfängt. Sie bleiben - mal sichtbar, mal im Hintergrund. Und nach und nach entsteht etwas Neues: ein Gefühl von Zuhause, das nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist.

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